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Kirche in Not - Italienisches Sekretariat |
Die Religionsfreiheit
in den Ländern mit überwiegend islamischer
Bevölkerung |
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Bangladesch Bevölkerung:
125.340.000
Unter dem früheren Regime bestand die Freiheit, jedwede Religion zu bekennen, auszuüben und zu verkünden. Seit 1975 bekam der Staat schrittweise konfessionelle Züge islamischen Charakters. Zu Akten der Intoleranz kommt es gegenwärtig mit einer gewissen Häufigkeit und Gewaltbereitschaft. 1988 erhob der Staat Bangladesch den Islam zur Staatsreligion, obwohl hervorzuheben ist, daß an der Basis dieser Entscheidung eher innenpolitische Gründe eine Rolle gespielt haben als ein starker Druck von seiten des Volkes. Der bengalesische Islam ist Frucht eines langen Prozesses der Inkulturation, der die früheren kulturellen Traditionen nicht eliminiert hat; so enthält er beispielsweise viele typische Elemente der Sufi-Mystik, wie die Praxis der Meditation und der Askese. Natürlich ist auch das Vorhandensein von Elementen wahrzunehmen, die wahrscheinlich vom Hinduismus her kommen, wie die Verehrung von Gestalten, die unseren Heiligen ähnlich sind, oder die Bedeutung, die den geistlichen Lehrern beigemessen wird. Obwohl der bengalesische Islam tatsächlich toleranter ist als der andernorts und der interreligiöse Dialog einige beschränkte Erfolge zu verzeichnen hatte, sind leider Formen der Diskriminierung und Gewalttaten gegen Christen zu verzeichnen. Laut Gesetz dürfen die Angehörigen anderer Religionen keine Missionierungstätigkeit unter den Muslimen entfalten; doch viel besorgniserregender ist das Anwachsen des Islamismus. Am 28. April 1998 plünderte eine von Islamisten aufgewiegelte Horde das katholische Mädchenkolleg vom hl. Franz Xaver, die Heilig-Kreuz-Kirche und die Sankt Thomas-Kirche in der Hauptstadt sowie die Baptistenkirche in Sadarghat und setzte sie teilweise in Brand. Einige Priester, Ordensfrauen und auch einfache Arbeiter wurden nach Berichten von Human rights without frontiers vom 28. Mai 1998 und Fides vom 8. Juni 1998 mit dem Tod bedroht. Motiv dieser Auseinandersetzungen war ein Grundstück, das der Kirche gehört und das die angrenzende Moschee für sich wollte. 7000 Personen wurden von einem Lautsprecher aufgewiegelt, über den der Vorwurf erhoben wurde, die Christen und Juden seien in die Moschee eingedrungen; die Menschen drangen ins Institut vom hl. Franz Xaver ein, verbrannten Bücher, rissen Kreuze und Marienstatuen herunter, sie zerstörten Türen, Fensterscheiben und Schlafsäle. Nach der Intervention der Nuntiatur, des Innenministeriums, der US-Botschaft und des Britischen Hochkommissariats sind keine weiteren Zwischenfälle mehr passiert. Das 1912 gegründete Kolleg vom hl. Franz Xaver wurde immer von Schülerinnen besucht, die überwiegend Musliminnen waren; derzeit hat die Schule 1950 Schülerinnen, von denen nur 86 Christen sind, 182 Hindus, und die übrigen 86 Prozent sind Musliminnen. Laut dem Report on Religious Freedom, der im Juli 1997 von der amerikanischen Regierung erstellt wurde, wird die von der Verfassung von Bangladesch bestätigte Religionsfreiheit in der Praxis auch respektiert, obwohl es bei Konversionen vom Islam starke Widerstände in der Gesellschaft gibt; der offizielle amerikanische Bericht verzeichnet auch Fälle von Diskriminierungen religiöser Minderheiten im Blick auf Möglichkeiten des Zugangs zu staatlichen Anstellungen. |
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