Kirche in Not - Italienisches Sekretariat

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Die Religionsfreiheit in den Ländern mit überwiegend islamischer Bevölkerung
Bericht 1998


Burkina Faso

Bevölkerung: 10.891.000
Religionszugehörigkeit: Animisten 45%; Islam 43%; Katholizismus 10%
Katholiken: 1.089.924
Diözesen: Ouagadougou - 285.000; Bobo-Dioulasso - 80.082; Diébougou - 95.183; Fada N'Gourma - 39.290; Kaya - 45.338; Koudougou - 166.529; Koupéla - 169.194; Manga - 40.000; Nouna-Dédougou - 110.315; Ouahigouya - 58.993


Das Land erlangte 1960 seine Unabhängigheit von Frankreich. In den siebziger und achtziger Jahren litt Burkina-Faso unter schweren Dürreperioden, die größtenteils auf die Ausdehnung der Wüste in der Sahelzone zurückzuführen waren. Aus politischer Sicht war das Land Schauplatz einer Abfolge von Staatsstreichen, die zunächst zur Errichtung eines sozialistisch orientierten Regimes führten und dann, mit dem Auftritt des gegenwärtigen Präsidenten Blaise Compaoré zu einer Wende im demokratischen Sinne geführt wurde, die 1991 in der Verabschiedung einer neuen, laizistisch orientierten Verfassung gipfelte.

Agitationen von islamistischer Seite gab es in dem Land seit 1989, trotz Wachsamkeit und der bereits von Präsident Sankara und dann von seinem Nachfolger Compaoré fortgeführten Unterdrückung. Bis zum Golfkrieg waren die Beziehungen zwischen der Kirche und dem Staat friedlich; in der Folgezeit kam es nicht zuletzt durch den Einfluß Libyens und des Irans zu Schwierigkeiten. Das Zeugnis von Schwester Elisabeth, einer Missionarin in Bobo Doulasso - in der Deutschen Tagespost vom 18. Januar 1992 - gibt ein Bild von der Situation im Lande. Sie gibt Unterricht, aber tut dies nach französischem Vorbild; den Religionsunterricht gibt es nicht, in freien Stunden aber spricht sie zu denen, die bleiben und zuhören wollen. Einige bleiben aus Neugier, andere aus Überzeugung. Bobo ist in eine Stadt, die ständig wächst, und hat ca. 1 Mio. Einwohner, von denen 340.000 Muslime sind, 600.000 gehören sieben Eingeborenenstämmen an und 60.000 sind Katholiken. Die Missionare arbeiten intensiv und werden nicht behindert. Schwieriger ist die Situation im Norden, wo der islamische Einfluß stärker ist als im Süden und wo die Zugehörigkeit zu verschiedenen Religionen nicht zur Normalität gehört. Das entsprechende Zeugnis stammt von Emmanuel Sebgho, einem Sohn des ersten Katecheten von Ouahigouya, einer Stadt, in der von 260.000 Einwohnern 210.000 Muslime sind, 4000 Katholiken, 3000 Orthodoxe und Protestanten. Die in Burkina-Faso tätigen Missionare haben dort, wo sie die Genehmigung dafür bekamen, Kirchen, Schulen und Krankenhäuser errichtet.